Immer wieder kommt es an Wochenenden nachts zu schweren und schwersten Verkehrsunfällen junger Leute. Ließen sich solche Unfälle vermeiden? Rechtfertigen die hohen Unfallzahlen eine radikale Regelung? Wäre ein „Nachtfahrverbot am Wochenende für Fahranfänger“ eine Lösung? Lassen Sie Ihre Schüler diskutieren.

Nachtfahrten und Diskounfälle

Fahrten in den Nachtstunden des Wochenendes sind extrem unfallträchtig für Fahranfänger. Jeder sechste im Jahr 2017 bei Verkehrsunfällen getötete 18- bis 24-Jährige kam in den späten Abend- und Nachtstunden des Wochenendes ums Leben! Solche Diskounfälle sind Grund genug, das Thema im Unterricht zu behandeln. Mit der provokativen Frage: „Nachtfahrverbot am Wochenende für Fahranfänger?“.

  • Risikoerhöhende Faktoren für Diskounfälle sind:
  • Fahranfänger haben noch wenig Erfahrung und Routine,
  • lange Wachzeiten und Müdigkeit,
  • Dunkelheit und schlechte Sichtverhältnisse,
  • geringere Verkehrsdichte, die zu höherer Fahrgeschwindigkeit verleiten kann,
  • Alkohol und / oder Drogen,
  • gruppendynamische Effekte:
    • Aufmerksamkeit auch für Mitfahrer,
    • Mitfahrer senden Signale aus, die der Fahrer irrtümlich als Zeichen für die Ungefährlichkeit einer Situation deuten kann,
    • allgemeine Ausgelassenheit, gute Stimmung und laute Musik im Auto,
  • Wochenendfahrten als Ventil für Zwänge und Frustrationen.

Ziele

Die Schüler sollen erkennen, dass das Risiko einer Fahrt stark von den Rahmenbedingungen und situativen Umständen abhängt, unter denen sie unternommen wird. Sie sollen die Faktoren kennen, die speziell bei „Freizeitfahrten am Wochenende“ zusammenkommen.


Methodische Hinweise zur Englischen Debatte

Der Kurs wird in zwei Diskussions- und eine Bewertungsgruppe aufgeteilt. Eine Diskussionsgruppe sucht Argumente für eine Position (hier: Nachtfahrverbot am Wochenende), die andere Gegenargumente. Die Bewertungsgruppe (Jury) überlegt derweil, welche Argumente kommen könnten und versucht aus ihrer Sicht, die Kriterien zu bestimmen, die für die Beurteilung der Frage wesentlich sind. Diese Arbeitsphase dauert circa 15 Minuten. Jeweils drei Schülerinnen / Schüler beider Gruppen tragen ihre Argumente vor, Dauer pro Gruppe etwa zwei Minuten.

Danach folgt eine zweite Beratungsphase (5 bis 10 Minuten), in der jede Gruppe auch bisher nicht bedachte Argumente der anderen Seite einbezieht. Nun folgt erneut eine Diskussionsrunde, in der wiederum je drei Schüler beider Gruppen im Plenum jeweils etwa zwei Minuten in ständigem Wechsel ihre Positionen vertreten. Zum Schluss berät die Jury und vertritt die von ihr gefundene Bewertung vor der Klasse. Daran schließt sich eine allgemeine Diskussion an.

Der Lehrer bringt bei Bedarf zusätzliche Informationen ein. Stellung beziehen sollte er nicht. Ein Ringen um die besseren Argumente kennt kein richtig oder falsch. Das heißt nicht, dass er nicht seine Meinung deutlich machen sollte, falls er aus triftigen Gründen nicht mit dem Ergebnis einverstanden ist.


Argumente pro und contra

Mögliche Gründe für ein Nachtfahrverbot am Wochenende:

  • Höheres Unfallrisiko als im Hellen und an anderen Wochentagen.
  • Höherer Alkoholkonsum am Wochenende.
  • Partystimmung im Auto macht das Fahren gefährlich, auch wenn der Fahrer nüchtern ist.
  • Nachts sind viele Fahrer völlig übermüdet.
  • Die wenig befahrenen Straßen verleiten zu höherer Geschwindigkeit.
  • Der Fahrer will seinen Mitfahrern imponieren.
  • Es sind mehr Verkehrsteilnehmer übermüdet und oder mit Alkohol unterwegs als sonst.
  • Manchmal werden Wettrennen durchgeführt.

Mögliche Gründe gegen ein Nachtfahrverbot am Wochenende:

  • Ohne Pkw keine Erreichbarkeit von Freizeiteinrichtungen (Disko, Kneipe etc.).
  • Nur weil einige unvernünftig fahren, sollen alle bestraft werden?
  • 18-Jährige sind volljährig, sie müssen die gleichen Rechte haben wie alle.
  • Nur durch Fahrpraxis – auch in der Dunkelheit – werden Anfänger sicherer.
  • Besonders junge Frauen sind ebenfalls gefährdet, wenn sie alleine und ohne Auto nach Hause müssen.

Argumentationshilfen nach: Jugend & Verkehr. Projekte für die Sekundarstufe II. Heft 5: Risiko und Risikoverhalten, Meckenheim 1998, S. 37