Nirgendwo sind Jugendliche so gefährdet wie bei nächtlichen Fahrten am Wochenende. Der Begriff Diskounfälle hat traurige Berühmtheit erlangt. Zahllose Kreuze am Wegesrand sind stumme Zeugen menschlicher Tragödien. Meist saßen junge Männer am Steuer und hatte Freundinnen und Freunde mit im Auto.

18 gefährliche Stunden

Jeder sechste im Jahr 2017 bei Verkehrsunfällen getötete 18- bis 24-Jährige kam in den späten Abend- und Nachtstunden des Wochenendes ums Leben! Diese Unfälle, die sich freitags und samstags von 22 bis 24 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 0 und 7 Uhr ereignen, sind unter dem Namen Diskounfälle berüchtigt. Bei den anderen Altersgruppen verunglückten in diesen 18 Stunden nur 6 Prozent der im Verkehr ums Leben gekommenen tödlich.

Der Weg zur Disko oder zum Kino ist meist unproblematisch, ob im Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Schwieriger ist es, spät abends oder nachts zurück nach Hause zu kommen. Die letzte Bahn ist lange weg, Diskobusse fahren längst nicht überall. Für viele Jugendlich bleibt nur das Auto – als Fahrer oder Mitfahrer.

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Konzentrieren geht anders!

Typisch für Diskounfälle, bei denen in der Regel mehrere Jugendliche im Auto sitzen, sind:

  • zu hohe Geschwindigkeit,
  • Fahren in übermüdetem Zustand,
  • Fahren bei Dunkelheit,
  • Einfluss von Alkohol und/oder Drogen,
  • laute Musik und Partystimmung im Auto,
  • Ablenkung durch Mitfahrer,
  • Imponiergehabe gegenüber den Mitfahrern,
  • mangelndes Gefahrenbewusstsein,
  • Überschätzung des eigenen fahrerischen Könnens,
  • hohe Risikobereitschaft,
  • geringe Fahrerfahrung,
  • nicht Angeschnallt-Sein,
  • Frustrationsabbau.

Kommen mehrere Faktoren zusammen, kommt es leicht zu einem Unfall. Wie schwer er ausfällt, hängt vielfach vom Zufall ab. Wer Glück hat, rollt auf einer Wiese oder einem Acker aus, im schlimmsten Fall prallt der Wagen frontal gegen einen Baum oder in ein entgegenkommendes Fahrzeug.


Brennpunkt Land

Diskounfälle kommen in ländlichen Gebieten viel häufiger vor als in der Stadt. Die Wege sind deutlich länger, die Anbindung an den ÖPNV ist oft mangelhaft, speziell abends und nachts.


Rückfahrt vorher planen

An den Rückweg sollte man nicht erst spät in der Nacht denken. Man sollte vorher wissen, wann die letzten Busse und Bahnen fahren. Freunde, die zusammen unterwegs sind, sollten vorher absprechen, wer fährt. Alkohol ist für den Fahrer dann tabu. Auch die Begleiter müssen wissen, dass die Party im Auto nicht weitergehen darf. Gerade übermüdete junge Fahrer ohne Erfahrung werden sehr schnell abgelenkt.

Sollte keiner aus der Clique mehr fahrtüchtig sein, muss man in den sauren Apfel beißen und ein Taxi kommen lassen. Auf keinen Fall sollten Jugendliche zu jemandem in den Wagen steigen, der getrunken hat. Man kann sogar seinen Führerschein verlieren, wenn man als Mitfahrer neben einem Betrunkenen sitzt.

Brisante Nachtfahrten nicht nur am Wochenende

Wie gefährlich nächtliche Fahrten für Jugendliche und junge Erwachsen sind, zeigen folgende Angaben des Statistischen Bundesamtes:

26,3 Prozent der Straßenverkehrsunfälle der 18- bis 24-Jährigen fielen 2017 in der Zeit zwischen 19 Uhr abends und 5 Uhr morgens. In den übrigen Altersgruppen waren es nur 14,4 Prozent. Noch gravierender ist der Unterschied bei den Getöteten: Verunglückten bei den übrigen Altersgruppe nur 21,7 Prozent der Verkehrsteilnehmer zwischen 19 und 5 Uhr tödlich, waren es bei de18- bis 24-Jährigen 39.8 Prozent. Bei den 15- bis 17-jährigen Jugendlichen sieht es nicht viel anders aus.


Unterrichtsanregungen

Die Unterrichtsanregungen „Auf Tour“, „Mit mir nicht“ und „Nachtfahrverbot am Wochenende?“ behandeln diese Problematik.


Film: Rainer Wahnsinn - Afterhour mit Happy End