Das Ziel ist unstrittig: mehr Verkehrssicherheit. Wie man es am besten erreicht, ist weniger eindeutig. Aufklärung und Information stehen an einem Ende der Skala, höhere Strafen und Vorschriften am anderen. Einen Königsweg gibt es nicht. Verkehrssicherheit ist immer das Ergebnis eines ganzen Bündels von Maßnahmen.

Unterschiedliche Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit

Die Wahl der passenden Maßnahmen hängt von der Art der Gefahr und der Zielgruppe ab. An gefährlichen Kreuzungen bieten sich bauliche Veränderungen an (z.B. Kreisverkehre), bei Alkohol am Steuer eher Aufklärung und / oder Strafen. Unstrittig ist, dass gesetzliche Regelungen oft eine rasch messbare Wirkung zeigen. Die Einführung der Gurtpflicht 1976 zeigt dies ebenso wie das Begleitete Fahren ab 17. Andererseits gehen Gefahren meist von Menschen aus, die ihr Verhalten nicht zuletzt dank Einsicht und Erkenntnis ändern. Dies spricht für Aufklärung und Bewusstseinsbildung.

Die technische Entwicklung und die bessere Ausstattung der Fahrzeuge spielt ebenfalls eine Rolle. ABS (Anti-Blockier-System), EPS (Elektronisches Stabilitätsprogramm), Einparkhilfen und Airbag machen Autofahren sicherer, auch bei Fahrrädern und Motorrädern hat der Sicherheitsaspekt in den letzten Jahrzehnten deutlich gewonnen. Das autonome Fahren verheißt mittel- bis langfristig einen weiteren Sicherheitsgewinn.

Bei jungen Fahrern sind neben gesetzlichen Maßnahmen (Führerschein auf Probe, BF 17) vor allem kommunikative Maßnahmen gefragt, die es ihnen erlauben, ein Bewusstsein für Gefahren zu entwickeln und Wege zu mehr Sicherheit aufzuzeigen.


Ziele

Die Schüler lernen, dass es viele Möglichkeiten gibt, dem Ziel „Mehr Verkehrssicherheit“ näher zu kommen. Sie setzten sich mit den unterschiedlichen Herangehensweisen auseinander und erkennen, dass jede Maßnahme Vor- und Nachteile birgt.


Methodische Hinweise zum Kugellager

Zu Beginn gibt der Lehrer / der Kursleiter das Thema vor und erklärt die Methode. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in Kreisform paarweise gegenüber, so dass ein Innen- und ein Außenkreis entstehen. Die Zahl der Stühle ist identisch, jeder Schüler im Innenkreis hat einen Gesprächspartner außen. Es wird eine gerade Teilnehmerzahl benötigt, bei ungerader Zahl bleibt ein Platz leer, ein Schüler setzt einmal aus. Nun tauschen sich  die Partner untereinander aus. (Variante: Der Innenkreis teilt seine Meinung zu einer Frage mit, während der Außenkreis nur zuhört und höchstens nachfragt. In der nächsten Runde ist es umgekehrt.)

Nach Ablauf der für das erste Gespräch vorgegebenen Zeit (z.B. 2 – 3 Minuten) gibt der Lehrer ein Zeichen, worauf alle ihre Gespräche beenden. Nun beginnt das Weiterrücken, z.B. „Der Innenkreis bewegt sich zwei Plätze nach rechts“. Außen- und Innenkreis sollten sich beim Weiterrücken abwechseln, dabei aber unbedingt auf die Richtung achten, um bei jeder Rotation neue Gesprächspaare zu bilden. Im Anschluss an das Kugellager werten die Schüler ihre Gespräche unter inhaltlichen (und / oder kommunikativen) Gesichtspunkten aus. Inhaltlich z.B.: Welche Punkte wurden am meisten genannt, welche kaum oder gar nicht? Wie erklären Sie sich das? Was hat Sie am meisten überrascht in den Gesprächen?

Der Vorteil der Methode liegt in der gleichzeitigen Aktivierung aller Schüler. Zwar kann es im Klassenraum etwas lauter werden, das Ziel, ein Thema intensiv von allen Schülern besprechen zu lassen, wird aber erreicht.

Das Kugellager ist vielseitig einsetzbar: als Einstieg in ein Thema, für ein Zwischenfazit oder als Wiederholung. Die Dauer ist variabel und hängt vom Thema ebenso ab wie vom Zeitpunkt, zu dem die Methode eingesetzt wird. Als Orientierung seien 20 bis 45 Minuten genannt, die Auswertung beträgt 15 Minuten. Vermeiden Sie, dass nach einigen Gesprächsrunden Leerlauf entsteht.


Arbeitshilfe

Sie können die Frage „Mehr Sicherheit im Verkehr – aber wie?“ ohne weitere Ergänzungen als Diskussionsauftrag in die Runde geben oder aber als Gesprächshilfe eine Liste mit möglichen Maßnahmen.

Welchen Weg Sie wählen, hängt vom Kenntnisstand der Klasse / des Kurses ab und von dem Zeitpunkt, zu dem Sie das Kugellager einsetzen.


Mehr Sicherheit im Verkehr

  • durch mehr Regeln,
  • durch schärfere Überwachung,
  • durch strengere Bestrafung,
  • durch intensivere Ausbildung,
  • durch gezielte Appelle,
  • durch zielgruppenspezifische Kampagnen, auch über moderne Kommunikationskanäle wie Apps oder Social Media,
  • mehr praktische Eigenverantwortung,
  • durch sinnvollere Regelungen (weniger Schilder usw.),
  • durch bauliche Veränderungen (Kreisverkehre, Mittelinseln usw.)
  • durch intensivere Aufklärung,
  • durch eine Reduzierung des Autoverkehrs,
  • durch innovative Sicherheitslösungen in und an Fahrzeugen.