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Von 37 getesteten Autokindersitzen schnitten 22 "gut" ab. Kritische Schadstoffe und Sicherheitsmängel brachten vier Autokindersitzen ein "mangelhaft" ein. Zu diesem Ergebnis kommen die Stiftung Warentest und der ADAC bei ihrem aktuellen Kindersitztest im Mai 2017.

ADAC / Stiftung Warentest: Test Kindersitze Mai 2017; Quelle: ADAC
ADAC / Stiftung Warentest: Test Kindersitze Mai 2017

Das positive Ergebnis zuerst: 22 Modelle schnitten mit einem "gut" ab, neun weitere mit "befriedigend". Diese Modelle übertreffen die gesetzlichen Vorschriften zum Teil deutlich. Die Preisspanne ist groß, die teuersten Modelle sind nicht unbedingt die besten.

Vier Sitze durchgefallen

Vier Sitze fielen mit "mangelhaft" durch. Der Joolz iZi Go Modular und das baugleiche Modell mit Isofix-Befestigung wurden aufgrund des Schadstoffgehalts abgewertet. Beide sind mit dem Flammschutzmittel TCPP belastet, das als krebserregend gilt. Alle anderen Sitzbezüge im Test erwiesen sich bei den Untersuchungen auf schädliche Substanzen als unkritisch.

Zwei Modelle fielen aufgrund von Schwächen beim Frontalaufpralltest durch. Beim "LCP Kids Saturn iFix" schnitt der Beckengurt beim Aufprall tief in den Bauchraum, was zu schweren inneren Verletzungen führen kann. Beim "Casualplay Multipolaris Fix" drehte sich der Neun-Kilo-Dummy beim Aufprall aus der Führung des Sitzes. Dadurch erhöht sich das Verletzungsrisiko im Ernstfall deutlich.

Mitwachsende Kindersitze klingen verlocken, aber …

Zwei Sitzen erhielten ein "ausreichend". Einer davon, der "Graco Milestone", kann von der Geburt bis zum Ende der Kindersicherungspflicht verwendet werden. So verlockend dies für Eltern klingen mag, so enttäuschend ist das Ergebnis: Vor allem in Sachen Sicherheit zeigt der Graco Schwächen. Beim Frontalcrash ist das Verletzungsrisiko erhöht, der Sitz ist nicht stabil im Auto zu befestigen und beim Einbau sind Fehlbedienungen nicht auszuschließen. Außerdem kann der Sitz für Säuglinge nicht wie eine herkömmliche Babyschale mit dem Kind zum Fahrzeug getragen werden; er funktioniert nur als festeingebauter Kindersitz.

Überhaupt werden Sitze immer beliebter, die sich vom Säugling bis ins höhere Kindesalter verwenden lassen. Zwei solcher Allrounder erhielten von den Testern ein "gut", zwei weitere ein "befriedigend". Auch bei diesen Modellen kann das Kind mit dem Sitz nicht außerhalb des Autos befördert werden. Außerdem verleitet die einfache Ausrichtung Eltern oft dazu, den Sitz zu früh in Fahrtrichtung zu drehen, was das Verletzungsrisiko für das Kind bei einem Unfall erhöht. Idealerweise sollten Kinder bis zwei Jahre mit Blick gegen die Fahrtrichtung transportiert werden.

Unterm Strich gehen die Modell für alle Altersklassen leider auf Kosten der Sicherheit. Die Tester empfehlen daher, nacheinander zwei oder drei gute Autokindersitze der Kindergröße entsprechend anzuschaffen, anstatt auf einen Alleskönner zu setzen.

Sehen Sie hier ein Video zum Test. Weitere Informationen beim ADAC und bei der Stiftung Warentest.


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