Regelverstöße und Unfallursachen
(Jugendspezifische) Regelverstöße auf E-Scootern
Ein Teil der Regelverstöße geht auf Unwissenheit zurück. Da man in Deutschland für E-Scooter keinen Führerschein und keine Prüfung braucht, kennen nicht alle Fahrerinnen und Fahrer die Regeln im Detail.
Andere Vorschriften werden bewusst ignoriert und übertreten: Es macht Spaß, zu zweit zu fahren. Der Gehweg verspricht mehr Sicherheit als die Fahrbahn. Jugendliches Risikoverhalten, speziell bei männlichen Heranwachsenden, spielt auch bei Scooter-Fahren eine wichtige Rolle, neben Geschwindigkeitsübertretung und der Missachtung von Regeln kommen Selbstüberschätzung, Imponiergehabe und Gruppendynamik dazu. Alkohol trägt zusätzlich zu riskantem Verhalten bei.
Hier ist die Schule gefragt: Sie soll Regeln nicht nur vermitteln, sondern auch erklären. Wer den Sinn einer Regel versteht, ist eher bereit, sie einzuhalten und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Besonders häufig treten folgende Verstöße auf:
- Fahren auf dem Gehweg,
- Fahren entgegen der Fahrtrichtung,
- Zu zweit auf einem E-Scooter fahren,
- Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss,
- Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt.
Alkohol und Drogen
E-Scooter werden rechtlich als Kraftfahrzeuge eingeordnet. Meist gelten ähnliche Regeln wie für den Rundverkehr, aber nicht immer. Bei Alkohol und Drogen gelten die strengeren Vorschriften für Kraftfahrzeuge.
- Für Schülerinnen und Schüler heißt das: Hände weg vom Alkohol. Für Personen unter 21 Jahren gilt die Null-Promille-Grenze.
- Bei Drogen ist es ähnlich: Unter 21 Jahren gilt ein Komplettverbot für Cannabis im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr!
- Wer trotz Alkohol- oder Drogenkonsums mit dem E-Scooter fährt, muss mit einem ordentlichen Bußgeld rechnen. Je nach Verstoß können Punkte in Flensburg hinzukommen, die später Auswirkungen auf den Erwerb des Führerscheins haben.
- Zudem werden bei Jugendlichen unter 18 die Eltern informiert.
Die Botschaft ist eindeutig: Ein E-Scooter ist kein Spielzeug. Wer am Straßenverkehr teilnimmt, braucht einen klaren Kopf und volle Kontrolle über das Fahrzeug.
Unfallursachen
Viele E-Scooter-Unfälle sind vermeidbar. Ein Blick auf die Unfallstatistik zeigt, dass sehr oft Fehlverhalten und riskantes Fahren die Ursache sind. Die häufigsten Ursachen für E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden waren im Jahr 2025 laut Statistischem Bundesamt:
- falsche Straßenbenutzung (z.B. Fahren auf dem Gehweg) (21,6 Prozent)
- Fahren unter Alkoholeinfluss (10,9 Prozent)
- Nicht angepasste oder zu hohe Geschwindigkeit (8,4 Prozent)
- Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren (7,5 Prozent)
Alleinunfälle
Viele Unfälle sind sog. Alleinunfälle. Im Jahr 2025 waren 30,5 Prozent aller E-Scooter Unfälle mit Personenschäden Unfälle, an denen kein weiterer Verkehrsteilnehmer beteiligt war. Bei den tödlichen Unfällen waren es sogar 16 von 33.

Häufig falsch eingeschätzt: Die Räder sind klein und reagieren deutlich empfindlicher und sensibler als etwa Fahrradreifen.
Viele dieser Unfälle entstehen, weil E-Scooter empfindlich auf Unebenheiten reagieren und Fahrfehler nur schwer ausgleichen können. Häufige Ursachen sind:
- Überfahren von Bordsteinen, Schlaglöchern und anderen Unebenheiten
- Überfahren von Straßenbahnschienen
- Unfälle auf nasser, rutschiger oder verschmutzter Fahrbahn
- Kontrollverlust durch die kleinen Räder der E-Scooter
- zu hohe Geschwindigkeit
- falsche Fahrbahnnutzung
- Alkohol oder andere berauschende Mittel
Die Alleinunfälle unterstreichen, wie wichtig eine vorausschauende Fahrweise, eine der Situation angemessene Geschwindigkeit und das Einhaltung der Regeln für sicheres E-Scooter-Fahren sind.



