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Die Wege der Kinder mit dem Rad nehmen zum Ende der Grundschulzeit zu. Nach der Radfahrausbildung und dem Schulwechsel steigen sie sprunghaft an. Ob Freizeit oder Schulweg: das Rad ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Mit zunehmendem Fahren steigen leider auch die Risiken. 2016 waren laut Statistischem Bundesamt fast die Hälfte aller im Verkehr verunglückten Kinder zwischen 10 und unter 15 Jahren mit dem Rad unterwegs (47,1 Prozent). 

Den 1.860 verunglückten Kindern als Radfahrer in der Altersgruppe der 6-bis unter 10-Jährigen standen 6.877 Unfallopfern bei den 10- bis unter 15-Jährigen gegenüber. Mit 15, 16 Jahren geht die Zahl der Unfälle tendenziell wieder leicht zurück, nicht zuletzt, weil das Rad als Verkehrsmittel bei älteren Jugendlichen etwas an Bedeutung verliert. Etliche Jugendliche steigen auf motorisierte Zweiräder um, speziell Jungen.

Verunglückte Kinder und Jugendliche als Radfahrer von 6 bis unter 18 Jahre in Deutschland 2016

Das hohe Unfallrisiko geht teilweise auf noch vorhandene entwicklungsbedingte Defizite der Heranwachsenden zurück. Auch sind sie öfter unterwegs und legen längere Strecken zurück. Hauptunfallursache ist jedoch das altersbedingte Risikoverhalten der jungen Radfahrer. Vielen dient das Fahrrad als Statussymbol. Je riskanter man fährt, umso mehr wird man im Freundeskreis bewundert. Helmtragen ist verpönt. Bei den Mädchen passieren die meisten Unfälle im Alter von 15 bis 17 Jahren.

Jungen gefährdeter als Mädchen


Am Beispiel Radfahren lässt sich auch die Genderproblematik aufzeigen, der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Rund zwei Drittel der Unfallopfer sind Jungen. Sie sind öfter und länger unterwegs, verfügen über leistungsfähigere und schnellere Räder als Mädchen, fahren aggressiver und tasten sich eher an ihre Grenzen heran. Auch die Einstellungen zum Radfahren divergieren. Mädchen betonen stärker die Umweltfreundlichkeit des Fahrrades, Jungen haben vor allem Spaß an Geschwindigkeit.

Verunglückte Kinder und Jugendliche als Radfahrer von 6 bis unter 18 Jahre in Deutschland 2016 - nach Geschlecht

Jungen sind generell unfallgefährdeter, nicht nur als Radfahrer. Sie sind von klein an signifikant öfter in Unfälle verwickelt, erst als Fußgänger, später auch mit motorisierten Fahrzeugen. Einzige Ausnahmen: Mädchen verunglücken öfter als Pkw-Mitfahrer - hier allerdings haben sie so gut wie keinen Einfluss auf das Geschehen.


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Statistisches Bundesamt