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Wie hat sich das Mobilitätsverhalten von Kindern in Deutschland in den letzten 20 Jahren verändert? Welche Wege legen Kinder überhaupt eigenständig zurück? Und wie wirkt sich dies auf die Entwicklung von Kindern aus? Diesen und weiteren Fragen geht die Fortschreibung der Studie „One False Move – Keine falsche Bewegung“ nach, die zunächst 1970/71 in England und dann 1990 parallel auch in Deutschland durchgeführt wurde.

Kinder auf dem Weg zur Schule

1971 waren in England noch 80 Prozent aller Sieben- und Achtjährigen ohne elterliche Begleitung zur Schule gegangen, 1990 war diese Zahl inzwischen auf neun Prozent gesunken. Die verbesserten Unfallstatistiken, so die Autoren von „One False Move“, seien denn hauptsächlich auf eine eingeschränkte Freiheit und Selbstständigkeit der Kinder und nicht auf einen Erfolg der britischen Verkehrspolitik zurückzuführen. Nun werden in einer erneuten Studie in beiden Ländern die Veränderungen in den Blick genommen, die sich seit 1990 ergeben haben. Durchgeführt wird die Studie in Deutschland vom Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit dem Policy Studies Institute (PSI) der Universität Westminster.

Seit 1990 haben sich die Rahmenbedingungen der kindlichen Mobilität erneut stark verändert: Die Zahl der Einwohner pro Pkw ist weiter gesunken, in vielen Familien steht ein zweiter Pkw zur Verfügung. Seit dem Schuljahr 2003/2004 und besonders seit 2007 fördert das Land NRW die Einrichtung offener Ganztagsschulen. Daraus resultieren verschobene Wegezeiten der Schüler und eventuell die Möglichkeit der Mitnahme der Schüler durch ihre Eltern nach deren Feierabend. Die Aufhebung der Schulbezirke für Grundschulen in NRW aus dem Jahr 2008 kann eine erhöhte Verteilung der Schüler über das Stadtgebiet in Bezug auf ihren Wohnort zur Folge haben. Die daraus entstehenden erhöhten Mobilitätsanforderungen können ebenfalls einen Einfluss auf das Verkehrsverhalten der Kinder haben.

Die Untersuchung wird dabei von der Hypothese geleitet, dass der wachsende Anteil des motorisierten Individualverkehrs zu zahlreichen negativen Effekten bei Kindern führt: Der Autonomieverlust im Verkehr sowie die Einschränkung der individuellen Mobilität von Kindern beeinträchtige ihre Lebensqualität nachhaltig. Mangelnde Bewegung führe zur Abnahme der physischen Konstitution. Durch fehlende praktische Verkehrserfahrung und eine lediglich passive Teilnahme am Verkehr könne sich bei Kindern kaum Gefahrenbewusstsein für die spätere eigenständige Teilnahme am Verkehr entwickeln, wodurch sich ein erhöhtes Unfallrisiko ergebe. Fehlende praktische und soziale Erfahrungen im öffentlichen Raum führten in späteren Jahren zu eingeschränkter Selbstständigkeit.

Die Befragung wurde am 8. Februar 2010 zeitgleich an fünf Grundschulen und fünf Realschulen in den Städten Bochum, Köln, Witten und Wuppertal durchgeführt. Insgesamt konnten 930 Schüler befragt werden. Die Daten sind inzwischen zur weiteren Analyse digital erfasst worden und werden nun statistisch ausgewertet. Die komplette Auswertung, inklusive eines Vergleichs zwischen Deutschland und Großbritannien, wird bis zum Herbst 2010 abgeschlossen sein.


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