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Auch nach dem Schulwechsel werden etliche Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht. Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist die Fahrt im Pkw keinesfalls besonders sicher. Auch sonst spricht vieles dafür, über Alternativen zum Schulweg mit dem Auto nachzudenken.

 

Schulweg mit dem Auto

2010 wurden in Deutschland 9.888 Kinder unter 15 Jahren als Pkw-Mitfahrer verletzt oder getötet - zumeist im Auto ihrer Eltern oder Großeltern. In der Altersklasse 10 bis unter 15 Jahren waren 25 % aller verunglückten Kinder als Beifahrer unterwegs. Gemessen an solchen Zahlen ist z.B. Bus fahren deutlich sicherer - auch auf dem Schulweg. Es sind nicht zuletzt die Autos der Schülereltern, die allmorgendlich für Gefahr rund um die Schulen sorgen.

 

Auch für das Kind sind - bei aller Bequemlichkeit des "Mama-Taxis"- Alternativen wie Bus oder Fahrrad sinnvoller. Eigene Verkehrserfahrungen können sie als Beifahrer nicht machen. Auch fehlen ihnen soziale Kontakte, wenn sie abgeschirmt zur Schule gebracht werden. Zudem sind Bewegung und frische Luft gesund und erleichtern es dem Kind, sich im Unterricht zu konzentrieren.

 

Sollten Eltern ihr Kind dennoch mit dem Auto zur Schule bringen, müssen sie auf Folgendes achten:

  • Angemessene Geschwindigkeit fahren und besonders aufmerksam sein.
  • Nur da anhalten, wo es erlaubt ist, also nicht im Haltverbot.
  • Das Kind möglichst immer zur Gehwegseite aussteigen lassen.
  • Auch auf kleinsten Strecken muss ein Kind immer gesichert werden.

Zwischen Kindersitz und Erwachsenengurt

 

Viele Kinder erleiden schwere Verletzungen, weil sie nicht richtig gesichert sind - dazu gehört oft die falsche Sicherung mit dem Erwachsenengurt. Gerade nach dem Schulwechsel sind viele Eltern unsicher, ob ihr Kind noch eine Sitzerhöhung braucht oder der Erwachsenengurt schon reicht. Viele Kinder wollen ohnehin nicht mehr im "Kindersitz" sitzen. Oft mit fatalen Folgen.

 

Laut StVO müssen Kinder, die kleiner als 150 cm sind, bis zum 12. Geburtstag mit Kindersitzen gesichert werden. Entscheidend ist die Größe des Kindes. Gegen Ende der 4. Klasse sind die meisten Jungen und Mädchen zwischen 140 und 160 cm groß. Wenn Kinder kleiner als 150 cm sind, reicht der Erwachsenengurt nicht aus. Beim Unfall kann er am Bauch oder Hals des Kindes tief einschneiden und böse Verletzungen verursachen. Zu empfehlen sind Sitzerhöhungen mit Rückenlehnen, die auch den Kopf effektiv schützen.

 

Die Gewichtseinteilung bei den Sitzerhöhungen der Gruppe III (22 - 36 kg) mag nahe legen, dass Kinder ab 36 kg Gewicht nicht mehr in Sitzerhöhungen gesichert werden müssen. Das ist falsch! Auch hier entscheidet die Körpergröße. Bei schwereren Kindern ist zu empfehlen, rechtzeitig möglichst breite und stabile Sitzerhöhungen anzuschaffen. Bei deutlicher Überschreitung der Gewichtsgrenze sollten Eltern Rücksprache mit dem Sitzhersteller halten. Am sichersten sind Sitzerhöhungen, die neben ausgeprägten Führungshörnern für den Gurt auch über eine Rückenstütze mit guten seitlichen Abstützungen verfügen. Die Sicherungspflicht gilt auch in Wohnmobilen und Kleinbussen.

 

Unterwegs mit Freunden

 

Ab einem gewissen Alter fahren Jugendliche vermehrt mit Freunden und Freundinnen, die bereits einen Führerschein haben. Mädchen ab 14 Jahren verunglücken dabei häufiger als Jungen, weil sie öfters bei jungen Männern mitfahren. Eltern sollten mit ihren Töchtern (und Söhnen) vereinbaren,

  • niemals ins Auto eines Fahrers zu steigen, der angetrunken ist oder Drogen genommen hat,
  • von rasant fahrenden Fahrern zu verlangen, langsamer zu fahren.

 

 

(in Anlehnung an: GDV: Neue Schule - neue Wege. Informationen zur Schulwegsicherung für Eltern, Schulen und Behörden. Sabine Degener, Michael Heß, Klaus Schuh, Berlin 2006, S. 20-21)


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