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Jugend- und geschlechterspezifische Verhaltensweisen müssen in der Schule aufgegriffen werden - behutsam, geduldig und mit Einfühlungsvermögen. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen und Gefühle der Schüler. Die Fragestellungen gehen weit über den Bereich der Verkehrserziehung hinaus, lassen sich aber in diesem Kontext besonders gut thematisieren, da Heranwachsende solche Situationen täglich erleben.

 

Drei Jungen mit dem Rad

Daraus folgt, dass verkehrserzieherische Ziele nicht auf rein kognitivem Wege und durch Wissensvermittlung zu erreichen sind. Schule kann und soll den Schülern auch helfen, Erfahrungen zu sammeln und zu erschließen, die auf das Leben in einer zunehmend komplexeren Welt vorbereiten, sich mit Problemen produktiv auseinanderzusetzen und verantwortlich Entscheidungen zu treffen. Gerade in der Mobilitätsbildung geht es auch darum, zu Selbstbeobachtung, Selbsterkenntnis und Selbstkritik hinzuführen, auf die verhaltensbestimmenden Emotionen und Motivationen der Schüler einzugehen, der Sicherheit förderliche Einsichten zu vermitteln, positive Verhaltensalternativen aufzuzeigen und zur Entwicklung von Fähigkeiten beizutragen, mit Stress und unkontrollierten Emotionen besser fertig zu werden.

 

Die zentrale Bedeutung emotionaler Aspekte des Fahrens für Jugendliche muss in die Verkehrserziehung Eingang finden. Erst durch eine Verbindung von sozialem, kognitivem und affektivem Lernen kann den Schülern bei der Lösung ihrer Fragen und Probleme geholfen werden.

 

Im Rahmen dieser Zielsetzung kommt unterschiedlichen nichtkognitiven Aspekten eine wesentliche Bedeutung zu, u.a. dem sensiblen Erkennen komplexer Situationen, der Flexibilität des Verhaltens, der wechselseitigen Kooperation, dem Abbau von Rechthaberei und Schuldzuweisungstendenzen, der Distanzierung von egoistischen Durchsetzungsansprüchen, dem Aufbau von Verständnis, Toleranz und Fairness, sowie der Fähigkeit zur aktiven Mitgestaltung der Lebens- und Verkehrsverhältnisse. Es ist daher wichtig, nicht nur Kenntnisse zu vermitteln, sondern überhaupt intellektuelle Neugier zu wecken und ein beziehungsreiches Klima wechselseitiger Begegnung und ein grundlegendes beiderseitiges Vertrauen zu schaffen sowie das bei Jugendlichen gegenüber Lehrern häufig bestehende Misstrauen zu überwinden.

 

Soziale Verhaltensweisen und die Frage nach Werten im Straßenverkehr besitzen eine zentrale Bedeutung. Die Schüler

  • lernen, als Verkehrsteilnehmer Verantwortung tragen: für sich und für andere.
  • erkennen, dass ihren berechtigten Interessen als Verkehrsteilnehmer die ebenso berechtigten Interessen von anderen gegenüberstehen (Perspektivwechsel).
  • lernen, dass sie als Verkehrsteilnehmer Teil des Verkehrs sind und mit ihrem Verhalten immer Einfluss auf das gesamte Verkehrsgeschehen haben. Gerade bei Konflikten tragen vielfach alle Beteiligten dazu bei, eine Situation anzuheizen statt sie zu entschärfen. 
  • sehen ein, dass Verkehrsteilnahme auch bedeutet, Fehler zu machen. Weder sie noch andere können sich davon freisprechen. Vorausschauende Umsicht bringt mehr als "Recht-gehabt-haben".
  • begreifen Verkehr und Mobilität als ein (spannungsreiches) Wechselspiel von Eigenverantwortung und Regelbefolgung. Verkehrsteilnahme bedeutet verantwortungsvolles, situationsadäquates Agieren im Zusammenspiel mit anderen, also das Gegenteil von sturer Regelbefolgung.

 

Auch die Ursachen des unterschiedlichen Gefährdungspotenzials von Jungen und Mädchen - im Straßenverkehr und generell - laden zu einer spannenden Auseinandersetzung ein.

 


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