Mehr als nur Verkehrsteilnahme …
Jugendliche sind insgesamt dynamischer und aktiver, aber auch optimistischer, unbekümmerter und leichtfertiger. Schnelles Fahren übt auf sie eine starke Faszination aus. Nicht erst motorisierte Zweiräder haben eine ausgesprochene Symbolfunktion für die Heranwachsenden. Bereits das Fahrrad gilt vielen als Statussymbol, ist weit mehr als ein Transportmittel, das einen von A nach B bringt.
Ihr Verhalten im Verkehr wird also nicht nur vom rationalen Transportzweck ("Primärmotiv") bestimmt, sondern auch von "Extramotiven" wie dem Bestreben "Dampf abzulassen", dem Angehen gegen Langeweile und innerer Leere oder der Suche nach Spaß, Freiheit und Unabhängigkeit. Auch dient das Fahrzeug der Selbstdarstellung und der Suche nach sozialer Anerkennung und Macht.
Selbstüberschätzung, Abenteuerlust und eine höhere Risikobereitschaft sind dementsprechend weit häufiger Ursache für unfallträchtiges Verhalten als Wissensmangel. Dem entsprechen Aussagen von Jugendlichen, die sich selber als "schnell, aber vorsichtig" und als "riskant, aber sicher" bezeichnen. Gegenargumente werden trotzig vom Tisch gefegt: "Ich muss nicht mit Helm fahren! Mir passiert nichts!", "Ich kann die Kurve noch schneller nehmen!".
Umfragen unter Schülern zum Verkehrsverhalten bestätigen dies. Die Befragten kennen sich bestens aus, wissen, wie sie sich zu verhalten haben, orientieren sich aber - trotz eigener, z.T. leidvoller Erfahrungen - nicht an dem, was sie wissen. So gilt etwa Schutzkleidung beim Skateboarden als äußerst uncool, allen Verletzungen zum Trotz.