Das erste Projekt im Rahmen von „Denken.Fahren.Ankommen“ zielt auf eine Radhelmpflicht für junge Radfahrer bis 18 Jahren. „Alle 13 Stunden verunglückte im vergangenen Jahr ein Kind auf unseren Straßen“, erklärte Carius. „Deshalb mache ich mich, wie bereits angekündigt, für eine gesetzliche Radhelmpflicht stark.
Denn Radler haben keinen Airbag. Nahezu 90 Prozent aller Schädelhirnverletzungen und bis zu 65 Prozent bestimmter Gesichtsverletzungen bei Radfahrern könnten durch das Tragen von Helmen vermieden werden. Und Kopfverletzungen, das bestätigen Unfallchirurgen, sind für jeden zweiten Todesfall bei Radfahrern ohne Sicherheitshelm verantwortlich. Dabei tragen nur 42 Prozent der Kinder unter 10 Jahren einen Schutzhelm. Bei den älteren Heranwachsenden bis 18 Jahren reduziert sich die Tragequote sogar auf nur rund 15 Prozent. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf. Ich möchte die Sicherheit auf Thüringens Straßen erhöhen. Deshalb werde ich eine Gesetzesinitiative zur Radhelmpflicht auf den Weg bringen.“
Der Thüringer Verkehrsminister und amtierende Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz (VMK) beruft dazu jetzt eine Expertenkommission ein, in der Vertreter der DEKRA, des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft, des TÜV Thüringen, des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, der Deutschen Verkehrswacht, der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Thüringen (ADFC), des Innenministeriums, des ADAC, des Thüringer Radsportverbandes und der Casco Schutzhelme GmbH vertreten sind. Im Herbst 2010 sollen erste Ergebnisse vorliegen. Zudem startet das TMBLV in diesem Sommer eine öffentliche Imagekampagne zur verstärkten Akzeptanz von Radhelmen.
Radhelmpflicht gibt es bereits in Finnland, Spanien, Tschechien, Schweden und Island.