Sicherheit gegen wirtschaftliche Interessen?
Bleibt die Frage, warum man solche Fahrzeuge als Verkehrsmittel nicht einfach untersagt. Weil dies gegen den freien Wettbewerb verstoße, argumentiert die EU-Kommission. Dort hatten die Hersteller ausländischer Miniautos gegen die strenge deutsche Führerscheinregelung geklagt, weil diese ein Handelshemmnis darstellte. Die Kommission sah dies ähnlich und leitete ein Verfahren gegen Deutschland ein. Trotz massiver Bedenken unterzeichnete der damalige Bundesverkehrsminister Stolpe im Herbst 2004 auf Druck aus Brüssel schließlich die Verordnung.
Gemessen an den ehrgeizigen Plänen der EU, die Unfallzahl auf Europas Straßen deutlich zu reduzieren, ein fragwürdiges Projekt.
Weniger Unfälle als befürchtet
Experten schwante Schlimmes, als die neue Regelung eingeführt würde: sie rechneten mit einer dramatischen Zunahme von Auffahrunfällen und Staus. Heute, mit dem Abstand von einigen Jahren, fällt die Bilanz weniger schlecht aus als allgemein erwartet.
Dass die Unfallzahlen mit Quads, Trikes & Co. nicht deutlicher angestiegen sind, scheint vor allem daran zu liegen, dass die Jugendlichen der neuen Führerscheingruppe mitnichten das erwartete - oder befürchtete - Interesse entgegengebracht haben.
Ganz preiswert ist der Führerschein nicht, zudem sind die Fahrzeuge für 16-Jährige recht kostspielig. Dies gilt besonders, seit die Jugendlichen durch das Modell des Begleiteten Fahrens mit 17 bereits früher mit dem Führerschein Klasse B beginnen können. Auch die Bilder von Crash-Tests steigern das Vertrauen der meisten jungen Menschen in solche Fahrzeuge wohl kaum.