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Zum Forschungsvorhaben: Stand der Radfahrausbildung an Schulen und die motorischen Voraussetzungen bei Kindern

(BASt-Projekt Nr. FE 82.366/2009)

Das Verkehrswacht Medien & Service-Center führt gemeinsam mit der Forschungsgruppe Dr. Günther, Reutlingen, eine bundesweite Verkehrserziehungsstudie für die Bundesanstalt für Straßenwesen durch. Die Studie hat den Titel "Stand der Radfahrausbildung an Schulen und die motorischen Voraussetzungen bei Kindern" und wurde zum Jahresende 2010 begonnen.

Radfahrausbildung

Der Hintergrund


Die Art und Weise, wie Kinder am Straßenverkehr teilnehmen, hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Kinder werden heute mehr mit dem Pkw befördert, die selbstständige Mobilität hat gleichzeitig abgenommen. Das Fahrrad stellt aber auch weiterhin ein für Kinder aller Altersgruppen wichtiges Verkehrsmittel dar, wie zahlreiche Untersuchungen zur Verkehrsbeteiligung von Kindern belegen. Die Radfahrausbildung in den Grundschulen ist nach wie vor die größte Maßnahme in der schulischen Verkehrserziehung. Zurzeit nehmen bundesweit jährlich etwa 720.000 Kinder an der Radfahrausbildung teil.

Da die Motorisierung weiterhin zunimmt, haben Kinder insbesondere in größeren Städten immer weniger Gelegenheit, ihr Fahrrad eigenständig zu nutzen. Vermutlich nehmen Kinder deshalb heute mit anderen motorischen Voraussetzungen an der Radfahrausbildung an Schulen teil als früher.

Im Rahmen der Studie soll herausgefunden werden, inwieweit sich die Nutzungsgewohnheiten und -bedingungen von Fahrrädern durch Kinder geändert haben. Dazu sind Auswertungen der vorliegenden Literatur sowie Befragungen von Polizeibeamten, Lehrerinnen und Lehrern und von Eltern vorgesehen. Durch Interviews und Gespräche sollen anschließend die Befragungen vertieft werden, Auch die Inhalte und Vorgehensweisen der heutigen Verkehrserziehung in der Grundschule, die Nutzung der Jugendverkehrsschulen und die Berücksichtigung des Themas "Frühradfahren" (1. und 2. Klasse) sollen dokumentiert werden.

Die Befragungen

Im Verlaufe des Jahres 2011 wurden die Fragebögen für Polizeibeamte, Lehrerinnen und Eltern entwickelt und einem Pre-Test in sechs Bundesländern unterzogen. Dabei wurden 16 Polizeidienststellen angeschrieben, die jeweils einen Polizeifragebogen sowie 3 Fragebogenpakete für Schulklassen enthielten. Jedes Schulklassen-Paket enthielt wiederum einen Lehrer-Fragebogen und 30 Fragebögen für die Schülereltern.

Bei den Elternfragebögen gab es drei verschiedene Varianten. Aufgrund des umfangreichen Fragenkataloges für die Eltern wäre ein einzelner Fragebogen mit sämtlichen Fragen zu umfangreich geworden. Um den Umfang eines einzelnen Fragebogens auf 5 Seiten zu beschränken und damit die Zeitdauer für das Ausfüllen im zumutbaren Rahmen zu belassen, wurde die Gesamtmenge der Fragen auf drei verschiedene Fragebogen-Varianten verteilt. Jedes Elternteil erhielt jedoch immer nur einen der Fragebögen.

Die Auswahl der Teilnehmer erfolgte rein zufällig. Bei dem Pretest wurde neben der Verständlichkeit und der Akzeptanz der Fragebogen auch die Verfahrensweise der Rücksendung getestet (Rücksendung aller Fragebogen durch Polizei vs. separate Rücksendung durch Lehrerinnen und durch Polizeibeamte).

Das Ergebnis des Pre-Tests war sehr zufriedenstellend, bei der Polizei wurde eine Rücklaufquote von 69 % verzeichnet. Bei den 48 beteiligten Schulklassen erhielten wir 56% gesammelte Rückmeldungen von Lehrerinnen und Eltern. Insgesamt übertraf dies die Erwartungen deutlich.

Die Fragebogen waren durchweg gewissenhaft ausgefüllt, teilweise lagen auch zusätzliche detaillierte Ausführungen bei. Für uns lässt dies den Rückschluss zu, dass einerseits das Thema für Eltern, Lehrkräfte und Polizeibeamte eine große Bedeutung besitzt - was aufgrund des gestiegenen Unfallrisikos bei Radfahrunfällen von Kindern wenig verwundert - und dass andererseits die inhaltlichen wie zeitlichen Anforderungen an die Bearbeitung der Fragebogen angemessen sind. Allerdings haben wir auch einige Hinweise zu Inhalten und Formulierungen von Fragen erhalten. Die beiden getesteten Verfahrensvarianten unterschieden sich in der Rücklaufquote nur gering.

Die Hauptbefragung

Für die Hauptbefragung wurden die Fragebogen nach den Ergebnissen der Testbefragung überarbeitet und mit den jeweiligen Innen- und Kultusministerien der Bundesländer abgestimmt. Der Versand / die Verteilung erfolgt 2012 an per Zufallsauswahl bestimmte Polizeidienststellen nach Bewilligung und in Abstimmung mit dem jeweiligen Innenministerium. Die Anzahl der je Land beteiligten Polizeibeamten, Klassenlehrerinnen und Schulklassen richtete sich nach dem jeweiligen Anteil von Eltern mit 10-jährigen Kindern im Verhältnis zur deutschen Gesamtbevölkerung.

Bis heute (06/2012) wurden Fragebogenpakete verschickt an:
Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen und Thüringen. In weiteren Ländern ist das Genehmigungsverfahren so weit, dass ein Versand der Fragebogenpakete zum neuen Schuljahr ab Sommer 2012 erfolgen kann.

Zusätzlich zu dieser Datenerhebung erfolgt durch ein externes Forschungsinstitut eine repräsentative schriftliche Befragung einer Quoten-Repräsentativstichprobe von Eltern 8-10-jähriger Kinder mit einer reduzierten Auswahl von Fragen des Elternfragebogens. Diese externe Eltern-Direktbefragung dient vor allem auch zur Sicherung und Ergänzung des eigenen Befragungsverfahrens.

Die Zusatzbefragung

Parallel zur Hauptbefragung erhalten bundesweit die Verkehrserzieher der Polizei, die nicht an der Hauptbefragung teilnehmen, einen zweiseitigen Kurz-Fragebogen, in dem es vor allem um motorische Voraussetzungen der Kinder und um die Erfassung und Analyse von innovativen Modellen der motorischen Radfahrförderung geht. Dabei sollen auch telefonische Vertiefungsbefragungen zu Modellen der motorischen Radfahrförderung durchgeführt werden und weitere Einrichtungen zur Teilnahme an der Hauptbefragung gewonnen werden.

Qualitative Untersuchungsteile

Im Anschluss an die schriftlichen Befragungen sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2012 bis 2013 qualitative Untersuchungsteile durchgeführt werden, wobei mit Hilfe bundesweiter Workshops und Interviews von Fachleuten wirksame Möglichkeiten zur motorischen Förderung von Kindern erörtert werden sollen.

Zum Abschluss sollen alle Beteiligten - nach Freigabe durch die BASt - die Ergebnisse der Studien für ihr Bundesland oder ihren Bereich erhalten.

Informationen zum Projekt und Kontakt

Verkehrswacht / VMS
Martin Kraft
Alexanderstr. 10
53111 Bonn
Martin.kraft@vms-verlag.de

Forschungsgruppe Dr. Günther
Dr. Rudolf Günther
Dr.R.Günther@t-online.de


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